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Wednesday, 12. July 2017

Studienfahrt nach Weimar, 23.6-25.6.2017

Die alljährliche Weimar-Fahrt der Q1 gehört nun langsam mit zur Tradition der LFS, weshalb wir uns auch dieses Jahr auf diese drei Tage mit Herrn Hromek und Frau Brandt freuen durften. Diese Freude spiegelt sich selbst am Freitagmorgen, dem 23.06. um 07:15 Uhr in den Gesichtern der 25 Schülerinnen wider, auch wenn der Blick etwas verschlafen war. Mit Culcha Candela, Kasalla, Querbeat und Co. ging unsere Reise dann auch schon los. Die Müdigkeit war schnell vergessen, denn innerhalb von ein paar Minuten verwandelte sich der Reisebus in eine fahrende Party (sehr zur Unterhaltung der Lehrer). Nach der fünfstündigen staufreien Fahrt war unser Musikrepertoire aufgebraucht, was aber kein Problem war, da wir schon die ersten Weimaraner (oder waren es Weimarer?) auf den sonnigen Straßen erblickten. Unsere Jugendherberge, welche umgeben von Wohnhäusern war, lag fünf Minuten vom Zentrum Weimars entfernt. Unser erster Programmpunkt sollte um 14:30 Uhr beginnen, weshalb wir noch ein wenig Zeit hatten, um die Innenstadt ein wenig zu erkunden und uns zu stärken. Unser Stadtführer begrüßte uns herzlichst mit seinem Weimarer Dialekt gegenüber der Goethe-Schiller-Statue auf dem Theaterplatz. In der zweistündigen Führung hatten wir Zeit beinahe jede Ecke Weimars zu erkunden, was uns vor Augen stellte, wie klein die Stadt der Dichter und Denker eigentlich ist. Es war interessant zu sehen, wie Historisches und Modernes in dieser Stadt aufeinander trifft: gegenüber des Goethe-Hauses konnte man im American Diner speisen, während sich das Schiller-Haus die Straße mit Müller, Tamaris, Pimkie und Co. teilte. Trotzdem ging die altertümliche und gemütliche Atmosphäre dort nicht verloren, unter anderem durch die zahlreichen Pferdekutschen und die vielen Straßenmusiker. Zum Abendessen, Zimmer Beziehen und Frischmachen ging es zurück in die Jugendherberge. Kurz darauf saßen wir in den ersten Reihen des Nationaltheaters, um Schillers berühmtes Stück „Maria Stuart“ zu sehen, welches uns schwer begeisterte und einen nachhaltigen Eindruck auf alle Beteiligten hinterließ. Den restlichen Abend nutzen wir, um das „Nachtleben“ Weimars kennenzulernen und noch etwas durch die Stadt zu schlendern.

Am zweiten Tag wurden wir mit Handkuss von Goethe höchstpersönlich (bzw. dem verkleideten Stadtführer vom vorigen Tag...) vor dem Platz der Anna-Amalia-Bibliothek empfangen. Diesmal führte er uns durch die von Goethe geprägten Orte in Weimar. Mit persönlichen Anekdoten, Zitaten und Gedichten des berühmten Dichters versetzte er uns in Goethes Schaffenszeit zurück. Dabei ließ er etliche Frauengeschichten desselben nicht aus, was zu unserer Sympathie gegenüber Goethe nicht gerade beitrug. Begleitet von traumhaftem Wetter begaben wir uns anschließend in das Goethe-Haus, durch das uns diesmal ein Audioguide führte. Besonders auffallend waren hier die verschiedenfarbigen Wände, die ihren Ursprung in Goethes berühmter Farbenlehre haben und den Räumen verschiedene Atmosphären verleihen. Während der Führung durch das Nationalmuseum lernten wir viel über Goethes breit gefächerte Interessensgebiete wie zum Beispiel die Biologie, die Geographie und Geologie, die Malerei und natürlich die Dichtkunst. Auf den Spuren der Anna Amalia besuchten wir das Wittumspalais, in welchem sie wohnte und welches uns mit prachtvoll eingerichteten Räumen beeindruckte. Abends trafen wir uns in einem schon zuvor ausgesuchten Restaurant, um zusammen den lehrreichen Tag ausklingen zu lassen und nebenbei etwas mehr über Frau Brandts und Herrn Hromeks Privatleben zu erfahren.

Am dritten und letzten Tag widmeten wir uns schließlich Friedrich Schiller, indem wir vormittags sein Wohnhaus in der Schillerstraße besichtigten. Man sah hier einen deutlichen Unterschied zu dem weitaus prachtvolleren Anwesen von Goethe, was die unterschiedlichen sozialen Hintergründe und Biographien der beiden Dichter gut veranschaulichte. Für einige ergab sich nun auch die Gelegenheit, die Anna-Amalia-Bibliothek zu besuchen, die uns mit ihrer ausgefallenen Architektur beeindruckte. Um 14 Uhr stand nun letztendlich unser Bus für die Heimreise bereit. Wir stiegen ein und winkten Weimar mit einem lachenden und einem weinenden Auge zum Abschied. In der Pause lösten wir dann schließlich noch unsere fleißig gesammelten Sanifair-Coupons ein, um unseren Proviant aufzustocken. Mit etwas Stau, der durch die wieder aufgenommene Busparty verdrängt wurde, kamen wir abends wieder in Bonn an.

Weimar wird uns allen eine wunderschöne Erinnerung bleiben, nicht nur aufgrund der vielen spannenden Erlebnisse und der Schönheit der malerischen Stadt, sondern auch wegen der angenehmen, unbeschwerten und heiteren Zeit, die wir dort mit einer tollen Gruppe erleben durften.

 

Von Emilie Siegemund und Paula Kern