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Monday, 31. October 2016

Kompetenzorientierter Religionsunterricht in der Sekundarstufe I

 

Die für das Fach Katholische Religionslehre angestrebte religiöse Bildung wird ermöglicht durch die Vermittlung grundlegender Kompetenzen.

Hierbei werden vier Kompetenzbereiche unterschieden:

  • Sachkompetenz
  • Methodenkompetenz
  • Urteilskompetenz
  • Handlungskompetenz

Laut aktuellem Kernlehrplan (Runderlass vom 11.05.2011) definieren sich die Kompetenzbereiche im Einzelnen wie folgt:

Sachkompetenz zeigt sich in der Fähigkeit, religiös bedeutsame Phänomene und Sachverhalte wahrzunehmen, zu beschreiben, einzuordnen und zu deuten. Grundlegend dafür ist die Fähigkeit, religiöse Sprachformen und zentrale theologische Fachbegriffe zu verstehen und anzuwenden. Diese Kompetenz schließt die Aneignung grundlegender, strukturierter Kenntnisse des christlichen Glaubens, anderer Religionen und religiöser Zeugnisse sowie den Umgang mit ihnen ein.

Methodenkompetenz meint die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die für die Auseinandersetzung mit religiösen Inhalten benötigt werden. Wesentlich dafür ist die Fähigkeit, religiös relevante Texte, Bilder, Räume, Filme und Musikstücke kriteriengeleitet zu erschließen sowie sich mit anderen argumentativ über religiöse Fragen und Überzeugungen zu verständigen.

Urteilskompetenz meint die Fähigkeit, in religiösen Fragen – gemäß dem jeweiligen Lern- und Entwicklungsstand der Schülerinnen und Schüler – begründet einen eigenen Standpunkt vor dem Hintergrund eines christlichen Horizonts zu entwickeln. Dazu gehört auch, identifizierte religiöse Vorurteile zu bewerten und zu beurteilen sowie den eigenen Standpunkt in dialogischer Auseinandersetzung mit anderen Positionen abzuwägen.

Handlungskompetenz erwächst aus Sach-, Methoden- und Urteilskompetenz. Sie wird im Unterricht angebahnt, weist jedoch über den schulischen Kontext hinaus und realisiert sich in konstruktiver Teilnahme am religiösen und interreligiösen Dialog, der Gestaltung der eigenen Religiosität, der Möglichkeit eigenen Glaubenslebens, der Mitgestaltung religiöser, kirchlicher und gesellschaftlicher Prozesse sowie des Handelns auf der Basis der eigenen religiösen und moralischen Einsicht. Handlungskompetenz bezeichnet dabei die Fähigkeit, Einsichten und Erkenntnisse projekt-, produkt- und handlungsorientiert umzusetzen. Zur Handlungskompetenz gehört auch, Sprach- und Ausdrucksformen des Glaubens zu erproben, zu gestalten und ihren Gebrauch zu reflektieren.

Darüber hinaus ist der Erwerb von Kompetenzen nicht ohne fachliche Inhalte möglich. Daraus resultiert, dass die bereits angesprochenen Kompetenzbereiche immer an fachlich relevante Inhaltsfelder gebunden sind und nicht willkürlich gewählt werden.

Für die Sekundarstufe I sind die folgenden sechs Inhaltsfelder bindend:

Inhaltsfeld 1: Menschsein in Freiheit und Verantwortung
Inhaltsfeld 2: Sprechen von und mit Gott
Inhaltsfeld 3: Bibel als „Ur-kunde“ des Glaubens an Gott
Inhaltsfeld 4: Jesus der Christus
Inhaltsfeld 5: Kirche als Nachfolgegemeinschaft
Inhaltsfeld 6: Weltreligionen und andere Wege der Sinn- und Heilssuche