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Wednesday, 12. July 2017

Austausch mit dem Colegio Santa Ursula in Maipú, Chile

Was als e-mail-Projekt begann, ist zu einem Schüleraustausch im Kleinformat geworden: Seit 2007 empfängt die Liebfrauenschule Schülerinnen des Colegio Santa Ursula http://www.santaursula.cl, einer katholischen Mädchenschule in Maipú, Chile, und im Austausch fliegt eine kleine Gruppe von Schülerinnen der Jgst. 10 zu Ostern nach Chile, um dort Familienleben, Kultur und Schulalltag kennenzulernen. Die Chileninnen verbringen ihre Sommerferien, also die Monate Januar und Februar, in Deutschland. Sie sind ca. 17 Jahre alt und besuchen die 11. Klasse des Colegio Santa Ursula in Maipú, einem Vorort der Hauptstadt Santiago. Sie wird von deutschen Schwestern geleitet und legt einen deutlichen Schwerpunkt auf den Erwerb der deutschen Sprache.In Bonn leben die Mädchen in Gastfamilien und nehmen am Unterricht der Jgst. 11 teil. Für unsere Schülerinnen bedeutet das Zusammenleben mit den spanischsprachigen „Gastschwestern“ neben einer Verbesserung der Spanischkenntnisse den unmittelbaren Kontakt zu einem ganz neuen, hochinteressanten und vielleicht gar nicht so „exotischen“ Kulturkreis.

 

Hasta pronto, amigas - Abschied von unseren chilenischen Austauschschülerinnen

Die deutschen und chilenischen Austauschpartnerinnen mit Spanischlehrerin Veronika Stratmann (u. rechts)

17.02.2017

Seit Dezember waren sie in Bonn gewesen, um ihre Austauschpartnerinnen von der Liebfrauenschule zu besuchen – nun wird es für Florencia, Amaya, Sofía, Loreto und Javiera leider allmählich Zeit, die Heimreise anzutreten. Bei einem chilenischen Abend am 15.2.2017 verabschiedeten sich die aus Maipú / Santiago de Chile stammenden Schülerinnen von der LFS und zauberten mit Empanadas, Chilenitos und anderen Köstlichkeiten südamerikanische Stimmung in unsere Aula.

Während ihrer Zeit in Deutschland waren die fünf Chileninnen täglich in der Liebfrauenschule und bereicherten insbesondere den Spanischunterricht auf vielfältige Weise. Der Austausch mit dem Colegio Santa Úrsula, auf deutscher Seite organisiert von Spanischlehrerin Veronika Stratmann, besteht seit nunmehr 11 Jahren und hat schon vielen deutschen und chilenischen Schülerinnen Gelegenheit gegeben, das Leben "am anderen Ende der Welt" kennenzulernen und internationale Freundschaften zu schließen.

 

Chile-Austausch 2015

Seit 2007 findet nun der Chile-Austausch mit der Mädchenschule Santa Ursula in Maipú statt. Dieses Jahr stand uns diese große Reise bevor. Mit vielen Vorbereitungen und vor allem Vorfreude ging es dann für uns zehn chicas kurz vor den Osterferien endlich los nach Chile. Nach den ersten zwölf Stunden Flug landeten wir in der Großstadt Sao Paolo in Brasilien. Nach 2 langen und müden Stunden am Flughafen in Brasilien ging es dann für uns zehn Mädchen weiter nach  Santiago. Dort wurden wir alle zum ersten Mal von unseren Gastfamilien in die Arme geschlossen. Ihre herzliche und liebenswürdige Art ist in Chile so üblich. Am Anfang kann dies jedoch komisch sein, doch nach kurzer Zeit gewöhnt man sich schnell an die Mentalität und liebe Art der Chilenen und genießt es doch sehr.

Am ersten Schultag im Colegio Santa Ursula lernten wir dann auch unsere Lehrer und Mitschülerinnen kennen. Da die Schule sehr klein ist, herrscht eine sehr vertraute Atmosphäre. In der Schule haben wir den Unterricht verschiedener Stufen besucht und einige von uns durften sogar im Kindergarten mithelfen. Das hat gut geklappt, jedoch gab es kleine Kommunikationsschwierigkeiten mit den Kindern. Insgesamt haben wir die Chilenen aber gut verstanden und unser Spanisch deutlich verbessern können. Die Nachmittage und Wochenenden haben wir bei unseren Gastfamilien verbracht. Diese wurden individuell gestaltet, beispielsweise haben wir alle einige Nachmittage in den beliebten Shoppingmalls verbracht oder sind übers Wochenende mit unseren Familien an den Strand gefahren nach Valparaíso oder Viña del Mar. Wir alle wurden schnell in die Familiengemeinschaft integriert. Wir wurden als neuer Teil der Familie angesehen und wurden von der ganzen Familie herzlich willkommen geheißen.

Aber auch bei  Fragen oder Problemen wären wir nicht alleine gewesen, weil wir in der Deutschlehrerin eine erfahrene Ansprechpartnerin vor Ort hatten. Mit ihr haben wir uns öfters getroffen und ihr unsere neuen Erlebnisse geschildert. Ein weiterer Ansprechpartner vor Ort war der Ehemann unserer Spanischlehrerin. Da er als Chilene auf Heimatbesuch war, konnte er uns freundlicherweise eine eigene Führung durch Santiago geben. Dank ihm wurde uns ermöglicht viele verschiedene Teile von Santiago zu sehen. Jedoch mussten wir zehn Mädchen zuerst alleine mit der Metro fahren. Dies war ein Erlebnis für sich, aber auch das haben wir zusammen geschafft. Schließlich sind wir dann mit dem Mann von unserer Spanischlehrerin durch Santiago gelaufen und waren am Ende des Tages alle sehr müde. Wir haben viel über Santiago und dessen Geschichte gehört. Santiago ist als Hauptstadt Chiles sehr groß, aber auch wunderschön. Wir konnten die verschiedensten Facetten Santiagos und über den Austausch hinweg auch die der Chilenen kennen und lieben lernen.

Nach knappen vier ereignisreichen und lustigen Wochen ging es für uns dann leider wieder zurück nach Deutschland. Mit vielen Eindrücken stiegen wir - glücklicherweise alle zusammen - ins Flugzeug und konnten es kaum erwarten, unsere vielen Erlebnisse unseren Familien und Freunden zu berichten. Wir zehn Schülerinnen aus dem Spanischkurs von Frau Stratmann schafften es dann auch, gesund und glücklich nach vier wundervollen Wochen in Chile zusammen zurück zukommen. Nach fast 20 Stunden Flug waren wir heil wieder in Deutschland. Am nächsten Tag hieß es dann leider auch wieder ab in die Schule.

Der Abschied von dieser ganz anderen Welt fiel uns nach fast vier Wochen sehr schwer und wir können den Gegenbesuch kaum erwarten. Unsere Gasteltern wie auch unsere Austauschschülerinnen haben uns liebevoll aufgenommen und uns gezeigt, wie gern sie uns haben.

Marie Kramer

Brief der ersten Austauschgruppe an ihre Gastschülerinnen

Liebe Schülerinnen aus Bonn!

Wir sind 6 chilenische Mädchen, die sich im Moment auf eine Deutschlandreise als Austauschschüler vorbereiten, Josefa, Pamela, Christel, Fernanda, Pilar und Soledad. Wir gehen in eine Deutsche Katholische Mädchenschule, die Sankt Ursula heißt und zwar in die 11. Klasse.
In unserer Schule lernen wir ab dem Kindergarten deutsch und bereiten uns auf verschiedene Prüfungen vor. In der 8. Klasse müssen wir das Vordiplom ablegen und dabei eine ganze Menge über die deutsche Geografie, deutsche Städte, Flüsse, Landschaften und Bundesländer lernen. In der 10. Klasse legen wir das Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz ab, das wir auch bestanden haben und dabei lernen wir sehr viel über eure Kultur, euer Leben und auch über Interessen deutscher Jugendlicher.
In diesem Jahr haben wir die Möglichkeit nun alles was wir gelernt haben auch zu sehen und zu erweitern, und sind natürlich sehr nervös wegen dieser langen Reise.
„Wird unser Deutsch ausreichen? Werden wir alles verstehen? Wie wird man uns aufnehmen?“, sind einige unserer Fragen.
Für uns ist dieser Aufenthalt sehr wichtig, einmal um andere Kulturen kennen zu lernen und auch um unsere Deutschkenntnisse zu verbessern.
Im nächsten Jahr kommt dann wieder ein Sprachdiplom auf uns zu, und dieses ist so wie euer Abitur. Damit können wir, wenn wir es bestehen, auch an einer deutschen Universität studieren. Aber es ist sehr schwer.
Unsere Schule ist eine Privatschule, die von deutschen Nonnen geleitet wird. Wir haben hier den ganzen Tag Unterricht und dann auch noch sehr viele Hausaufgaben. Auch benutzen wir eine Schuluniform, die uns aber nicht so sehr gefällt. Das Wichtigste an unserer Schule ist, dass sie sehr viel Pflanzen und Bäume hat , die von den Nonnen gepflanzt wurden, als sie aus Deutschland kamen und sie so zu einem ganz speziellen Platz macht. Wichtig ist auch, dass wir uns an unserer Schule ganz toll mit unseren Lehrern verstehen. Wir würden uns über einen Kontakt mit euch sehr freuen.
Über Chile können wir sagen, dass es ein tolles Land ist. Hier kann man alles finden. Berge, Meer, Wüste, Urwälder und ewiges Eis. Wir sind nicht sehr reich, haben aber viele Fische, die wir exportieren, bauen Kupfer ab und produzieren sehr viel Obst und Gemüse, vor allem auch Wein, der einer der besten der Welt ist. Vielleicht habt ihr ja auch mal Lust unser schönes Land kennen zu lernen, wir laden euch auf jeden Fall herzlich ein.
Liebe Grüße aus Chile von den 6 Austauschschülerinnen