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Wednesday, 12. July 2017

Kunst

Kunst und Schule – an diese Verbindung erinnert sich jeder mit wohl eher gemischten Gefühlen; zum einen an misslungene Bilder, an nicht stabil werdende Martinsfackeln, an kleine Tonfiguren, die als Staubfänger auf dem Küchenregal endeten – auf der anderen Seite die Erinnerung an Freiheit und Offenheit, an Mußestunden, Farbvergnügen, haptische Genüsse und fantastische neue Seherlebnisse und an einen anderen, spannenden Zugriff auf die Wirklichkeit.

Die Welt im Großen und Kleinen gestalterisch zu begreifen, lernen zu sehen, was da ist, um dadurch mehr wahrzunehmen und genauer erkennen zu können, um schließlich die Welt und ihre Erscheinungsformen intensiver zu begreifen und genießen zu können, das ist Aufgabe des Kunstunterrichts. Die Besonderheit des Kunstunterrichts an der LFS wird nicht zuletzt bestimmt von Grundkursen und Leistungskursen in der Oberstufe. Ruth Seifert

Wir zeigen hier Ergebnisse aus dem Unterricht:

"Perform!"- Ein Workshop in der Videonale

Unter diesem Thema stand der Workshop, an dem ich am Wochenende des 1. und 2. Aprils 2017 teilgenommen habe. Die intergenerationäre Veranstaltung fand im Kunstmuseum Bonn statt. Frau Nierhauve hatte im Kunstunterricht Werbung für den Workshop gemacht und ich war neugierig, was "Performance" eigentlich heißen sollte?

Genau um das zu klären und um einen kleinen Eindruck von dem Workshop und den Teilnehmern zu bekommen, gab es ein Vortreffen am Mittwochabend vor dem Workshop-Wochenende. Besonders gespannt war ich auf den intergenerationären Aspekt...Damit war ich, abgesehen von einer Studentin, die einzige unter 65. Das hat mich im ersten Moment doch etwas erschrocken, denn mit dieser Altersklasse zu arbeiten war mal eine ganz andere Erfahrung. Nach der obligatorischen Vorstellungsrunde erklärte die Workshopleiterin uns, dass unser Vorhaben sich auf die aktuelle "Videonale" (derzeitige Ausstellung) beziehen würde und wir versuchen würden, etwas in Anlehnung daran zu produzieren. Um zu erläutern, was sie damit meinte, zeigte sie uns zunächst einige der Videos und erklärte uns deren Hintergründe.

Die Videonale ist eine Zusammenstellung ganz verschiedener Videos von bekannten und weniger bekannten Videokünstlern. Zum Teil sind die Videos sehr beeindruckend, interessant und lustig, aber auch ein wenig verstörend. Viele gehen nämlich sehr offen mit Gewalt, Missständen, Sexualität und Emotionen um. Sie öffnen aber auf jeden Fall den Blick, die Dinge einmal aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten. Ich kann den Besuch für Interessierte also definitiv weiterempfehlen.

Beim Anschauen der Videos wurde außerdem schnell klar, dass Performance etwas damit zu tun hat, jemanden in Beziehung mit seinem Umfeld zu stellen. Das können Menschen, aber auch Architektur sein. Ziel ist es dabei, etwas auszudrücken oder darzustellen. Durch diese vielfältige Inspiration sind uns allen auch eigene Ideen für Performances gekommen, die wir in einer Abschlussrunde besprochen haben.

Zum Start in den Workshop gab es zunächst an beiden Tagen ein paar lustige Theaterübungen. Diese hatten den Zweck lockerer zu werden, aber wir haben uns und die Anderen dadurch auch besser kennen gelernt und unsere Wahrnehmung geschult. Dadurch haben wir ein gutes Gefühl für die Gruppe bekommen und haben uns plötzlich gar nicht mehr in die Kategorien "alt" und "jung" eingeteilt, sondern waren geistig auf einer Ebene. Schnell war klar, dass wir alle etwas von den anderen lernen können.

Dies war eine gute Grundlage um Ideen zu sammeln und etwas zu entwickeln, das wir gerne mit der Gruppe umsetzen würden. So haben wir das an beiden Tagen einfach mal ausprobiert. Wir wollten etwas mit der tollen Treppe im Foyer des Museums machen und auch in der Videonale selbst performen. Einige der Ideen waren umsetzbar, anderes hat aber auch nicht so geklappt, wie wir uns das vorgestellt hatten. Das war aber auch gar nicht schlimm, denn es ging uns allen nicht um ein perfektes Ergebnis, sondern um das gemeinsame Arbeiten, den manchmal etwas schwierige, aber immer interessanten kreativen Prozess und das Kennenlernen. Besonders toll war vor allen Dingen, dass wir so viel Freiraum hatten. Wir haben alle etwas gelernt und am Ende etwas Beachtliches auf die Beine gestellt.

Der Workshop hat mir großen Spaß gemacht, trotz kleiner Schwierigkeiten ab und an. Ich habe viel über das kreative Arbeiten in einer Gruppe gelernt und war beeindruckt von dieser vielfältigen, harmonischen Mischung von grundverschiedenen Charakteren. Mich hat der Workshop daher vor allem menschlich weitergebracht und zum Nachdenken angeregt. Wir waren alle etwas traurig, dass es so schnell vorbei war.

Wer sich für Videokunst interessiert oder auch einfach mal ungewöhnliche Perspektiven auf die Umwelt einnehmen möchte, sollte sich die Videonale in jedem Fall anschauen.

Marie Werner, EF

 

Kunstprojekt der Q1 gewinnt den 4. Platz beim Jugendkunstpreis

Am 11. März wurde die Ausstellung des 20. Jugendkunstpreises im Pumpwerk in Siegburg eröffnet. Bei diesem haben wir, die Q1, mitgewirkt und den vierten Platz belegt. Im Kunstunterricht hatten wir es uns zur Aufgabe gemacht, Portraits der Renaissance neu zu interpretieren. Unser Thema hierbei lautete:

„Abstrahierung und Neuinterpretation von Portraits der Kunstgeschichte mittels fotografischer Inszenierung“. Dabei haben wir versucht, das Historische mit dem Modernen zu verbinden.

Das Urteil der Fachjury: „Freche Inszenierungen alter Meister haben Schülerinnen des Grundkurses der Jahrgangsstufe 11 der Liebfrauenschule Bonn fotografiert. Mit einem Augenzwinkern und einem ruhigen Finger auf dem Auslöser sind Neuinterpretationen von Portraits aus der Kunstgeschichte entstanden. Die geschickte Kombination von Selfie, historischem Bild und detaillierter Nachstellung faszinierte die Jury in besonderem Maße.“