Sie sind hier: Fachbereiche / Gesellschaftswissenschaften / Philosophie
Monday, 31. October 2016

Philosophie

Das Fach Philosophie beschäftigt sich im Gegensatz zu den Einzelwissenschaften (Biologie, Physik, Medizin usw.) nicht nur mit den Problemen und Fragen eines begrenzten Fachgebietes. Sie stellt vielmehr solche Fragen, die unsere Welt als Ganzes betreffen, sie führt zu Fragen, die dem „verborgenen Sinn“ nachspüren und vor allem die eigene Person und deren Stellung in der Welt angehen. Die Fragen der Philosophie richten sich also nicht auf das konkret überprüfbare „Wie“ einzelner Dinge, z.B. auf chemische Reaktionen von bestimmten Stoffen, historische Daten und Fakten, Klimazonen, Grammatikregeln oder Stilepochen. Dies ist Gegenstand der anderen Fächer (Chemie, Erdkunde, Deutsch usw.)

Die Philosophie dagegen richtet den Blick auf das Allgemeine, Grundsätzliche:

Was ist das Wesen von Wissenschaft, Natur, Kunst, Sprache, Religion? – Gibt es einen Sinn in der Geschichte? – Was ist der Zweck eines Staates, das Wesen einer Gesellschaft? – Wozu gibt es Moral und Normen und wer legt sie fest? – Was bedeutet Gerechtigkeit und wer handelt gerecht? – Welchen Sinn hat die menschliche Existenz überhaupt? – Was ist die Bestimmung des Menschen? – Was bedeuten Glück, Leid und Tod für den Menschen? – Hat das Dasein einen Sinn? Wer oder was verleiht ihm Sinn? . . .

Das Fragen der Philosophie will den Dingen auf den Grund gehen, es ist radikal, d.h. es geht vorurteilsfrei und offen an die Wurzeln des menschlichen Lebens. Philosophie geht da weiter, wo die einzelnen anderen Wissenschaften aufhören. Dennoch hat auch die Philosophie keine „Patentrezepte“ oder die „einzig wahre Wahrheit“ anzubieten. Sie kann aber Orientierungs- und Denkhilfen liefern, die in der Bewältigung des Alltags hilfreich sein können. 

Im Philosophieunterricht geht es nicht darum, möglichst viele Fakten oder vorgefertigte Antworten auf die gestellten Fragen zu lernen. Es geht vielmehr darum, selbst Fragen zu stellen und in einer vernünftigen Auseinandersetzung mit dem Problem selbst mögliche Antworten zu finden. Philosophisch miteinander zu diskutieren bedeutet, dem Anderen zuzuhören und sich auf seine Argumente einzulassen. Neben der Auseinandersetzung im gemeinsamen Gespräch lernen wir Texte kennen, die Antworten und Sichtweisen einzelner Philosophen darstellen. Das Fach Philosophie hilft dabei, das Argumentations-Gerüst eines solchen Textes herauszuarbeiten und kritisch zu „durchleuchten“, sodass jede Schülerin letztendlich in der Lage ist, eine eigene begründete Stellungnahme zum jeweiligen Problem abzugeben.

Im Mittelpunkt der einzelnen Halbjahre der Jahrgangsstufen 10 bis 12 steht jeweils ein bestimmter Fragenkreis, innerhalb dessen jeder Philosophiekurs zusammen mit dem Fachlehrer die Freiheit hat, eigene Schwerpunkte zu setzen.

Als Rahmenthemen sind vorgeschrieben:

10.1 Einführung in die Philosophie („Was ist Philosophie?“)

• Kennenlernen verschiedener Gegenstände, Grundfragen und Methoden des Faches Philosophie und Überblick über die Themen der folgenden Halbjahre

10.2 Anthropologie („Was ist der Mensch?“)

• Das Bild des Menschen aus philosophischer Sicht in Absetzung zur Sicht der Einzelwissenschaften

11.1 Ethik („Was darf ich tun?“)

• Die Frage nach Werten und Normen sowie Theorien sittlichen Handelns

11.2 Staatsphilosophie („Was ist ein Staat und wozu ist er da?“)

• Aufbau, Zweck und Ziel verschiedener Staatsformen

12.1 Erkenntnistheorie („Was kann ich wissen?“)

• Auseinandersetzung mit Fragen, die unsere (jeweils subjektive) Wahrnehmung von Wirklichkeit zum Gegenstand haben, und Untersuchung von Möglichkeiten und Grenzen unserer Wahrnehmungsfähigkeit

12.2 Wissenschaftstheorie („Was ist Wissenschaft?“)

• Gegenstände, Methoden, Ziele und die Verantwortung der Wissenschaften

Unterrichtsverteilung:

• Jgst. 10: GK 3 Stunden

• Jgst. 11: GK 3 Stunden

• Jgst. 12: GK 3 Stunden

Fachschaft:

• Gansen, Stefan (Fachvorsitz)

• Over, Hildegard

• Dr. Sewing, Eva

 

Leistungsbewertung